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Deshalb lacht Google über Cambridge Analytics


Cambridge Analytics kann Menschen anhand ihrer Facebook Likes und durch die Auswertung von Drittanbieterdaten charakterisieren und gezielt für Botschaften adressieren. Viele Menschen sind schockiert über die Möglichkeiten der Psychometrie. Aber ist das wirklich alles so neu? Wozu die Bezwinger großer Datenmengen in der Lage sind, kann man ungefähr erahnen, wenn man die jüngsten Erkenntnisse über Cambridge Analytics zu den Möglichkeiten von Google in Relation setzt. 

Google (Alphabet) sammelt im sekundentakt Terrabyte an Informationen über seine Nutzer und verdient sein Geld damit, diese auszuwerten, um dann ganz gezielt Werbung an einzelne Personengruppen auszuspielen. Damit generiert Google Jahr für Jahr Milliarden, mit denen sich die eigenen Visionen realisieren lassen. Mittlerweile beschäftigt das gigantische Unternehmen über 60.000 Mitarbeiter, die weltweit an der Umsetzung weiterer Pläne arbeiten.

Auf welche Datenbasis kann Google zugreifen, um Informationen über Menschen zu sammeln und diese besser zu verstehen? Mit welchen Methoden kann Google globale Trends  erkennen (und auslösen)?

Hier finden Sie eine (unvollständige) Auflistung der Google Dienste. Diese sind zum besseren Verständnis, nach der Art der gewonnenen Daten kategorisiert. 

Interessen und Verhalten

  • Android
  • Android TV
  • Chrome Cast
  • Google+
  • Google Books
  • Google Calendar
  • Google Chrome
  • Google Drive
  • Google Finance
  • Google Glass
  • Google Home
  • Google Keep
  • Google Mail
  • Google Music
  • Google News
  • Google Photos
  • Google Public DNS
  • Google Safe Browsing 
  • Google Search
  • Google Surveys
  • Picasa
  • YouTube

Bewegungsprofile

  • Android
  • Android Auto
  • Android Wear
  • Google Calendar
  • Google Flights
  • Google Home
  • Google Latitude
  • Google Maps

Gesundheitsdaten

  • Android
  • Android Wear
  • Google Calendar
  • Google Contact Lens
  • Google Fit
  • Google Mail

Kontaktdaten, Geburtsdaten und soziale Informationen

  • Google+
  • Google Contacts
  • Google Mail
  • Google Photos
  • Picasa

Stimme und Sprache

  • Android Tastatur
  • Google Allo
  • Google Drive
  • Google Duo
  • Google Glass
  • Google Keep
  • Google Mail
  • Google Now
  • Google Translate
  • Hangout

Konsumverhalten

  • AdSense
  • AdWords
  • Android Pay
  • DoubleClick
  • Google Analytics
  • Google Checkout
  • Google Wallet

Angesichts dieses riesigen Datenpools können einige Google-Mitarbeiter über die Möglichkeiten von Cambridge Analytics sicher nur schmunzeln. Google hat sogar eigene Programmiersprachen und Datenbanksysteme entwickelt, um den enormen Datenmengen Herr zu werden.

Über einige dieser Dienste lässt sich Verhalten nicht nur erfassen, sondern auch ganz gezielt steuern. Google ist in der Lage auf gesellschaftliche Prozesse Einfluss zu nehmen und somit unsere Lebenswelt zu beeinflussen. Wer soll diese Firma daran hindern? Die Gesellschaft muss sich über diesen Prozess im Klaren sein und ihn aktiv mit gestalten – andernfalls wird sie gestaltet. 

   

Das Problem ist, dass wir Zeugen eines Umbruchs werden, in dem Modelle die Wirklichkeit codieren und dadurch selbst wirklich werden. Und nicht nur das: sie entscheiden darüber, was rational ist und was nicht. Wem das zu abstrakt ist, der frage sich, welche „Präferenzen“ ihm Google oder Facebook vorgeben…

Frank Schirrmacher (2013). Ego, S. 32.

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